Wasserball

Berlin Live  Wasserfreunde Berlin holen 36. Meistertitel

Spandau ist neuer Deutscher Meister
Spandau ist neuer Deutscher Meister
Foto: Camera4/Tilo Wiedensohler
Titelverteidiger Spandau 04 sichert sich durch den Sieg im vierten Finalspiel in Hannover seine 36. Meisterschaft.

Keine zehn Sekunden war die Partie beendet, da hatte die Mannschaft der Wasserfreunde Spandau ihren Trainer Petar Kovacevic schon ins Wasser des Volksbades Limmer in Hannover befördert. Natürlich in voller Montur – so ist das üblich im Wasserball, wenn die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft gefallen ist. Darin haben die Berliner Übung: Zum vierten Mal in Folge und zum 36. Mal insgesamt kommt nun der deutsche Wasserball-Meister aus Spandau. Aber lange ist dem Rekordchampion das Siegen nicht so schwer gefallen wie in diesem Jahr. Auch wenn das 12:8 (4:1, 4:3, 2:3, 2:1) im vierten Endspiel gegen Waspo Hannover klar klingt: Die Serie, die damit 3:1 für Kovacevics Team endete, war umkämpft bis zur letzten Minute.

„Wir haben uns zwei Monate auf diese Serie vorbereitet und erwartet, dass sie über fünf Spiele gehen würde“, sagte Kovacevic, „warum wir nun gerade in Hannover zweimal gewonnen und zu Hause einmal verloren haben, weiß ich auch nicht. Vielleicht ist das ein Zeichen, wie groß der Druck war.“ Manager Peter Röhle, der wie Präsident Hagen Stamm an jedem der Spandauer Titel beteiligt war, als Torwart, Trainer oder Manager, sagte: „Hannover spielte sehr stark. Aber wir haben mehr mannschaftlich gespielt und verdient gewonnen. Wir haben eine sehr starke Finalserie gespielt.“ Auch Waspo-Trainer Karsten Seehafer hatte kein Problem, dem Gewinner zu gratulieren: „Das ist absolut verdient.“

Guter Start der Berliner

In jedem der drei vorangegangenen Endspiele hatten die Berliner einen guten Start hingelegt – und so war es auch diesmal. Die Gastgeber wirkten nervös wie beim ersten, aus ihrer Sicht 5:11 verlorenen Finale. Und weil bei ihnen mit Jörn Winkelhorst und Pere Estrany zwei Spieler wegen Sperren fehlten, konnten sie in der Verteidigung auch nicht in gewohnter Manier zupacken. Das nutzten die Wasserfreunde auf beeindruckende Weise, indem sie vor allem aus der Distanz warfen und trafen, wie Marin Restovic, der trotz einer Kapselverletzung am Daumen antretende Nikola Dedovic und besonders der Franzose Mehdi Marzouki. Als drei Sekunden vor Ende des ersten Viertels Petar Kovacevic eine Auszeit nahm, fragten sich viele der rund 1000 Zuschauer am Beckenrand, was das noch bringen sollte. Doch mit der Viertelsirene traf Marzouki zum 4:1 aus zwölf Metern.

Der 30-Jährige hatte ohnehin einen guten Tag erwischt, erhöhte gleich nach der zweiminütigen Pause erneut aus großer Distanz auf 5:1. Zum 8:4 zur Pause hatte der Franzose allein vier Tore beigetragen: „Hannover ist von Jahr zu Jahr stärker geworden. Und sie werden nächstes Jahr noch stärker sein.“ Dann wird er nicht mehr dabei sein, denn er wechselt nach Kasan/Russland. Marzouki kam am Mittwoch zu Hilfe, dass der ehemalige Spandauer im Waspo-Kasten, Roger Kong, in der Anfangsphase kaum einen Ball hielt.

Der Rekordmeister schien einem völlig ungefährdeten Erfolg entgegenzusteuern, zumal nach dem 9:4 durch Dedovic auch noch Hannovers Bester Darko Brguljan wegen Meckerns einen Wasserverweis erhielt. Der Montenegriner setzte seine Schimpftiraden gegen die Schiedsrichter auch nach dieser Aktion in Zivil noch fort. Auch Seehafer war mit der Leistung der Schiedsrichter nicht einverstanden, aber: „Wir müssen lernen, damit umzugehen, dass in Deutschland etwas anders gepfiffen wird. Das soll keine Entschuldigung sein. Mir war nur klar, dass irgendwann einer ausrastet.“ Bitter für ihn, dass es ausgerechnet sein bester Mann war.

Berlins Torwart erwischt einen sehr guten Tag

Überraschenderweise wich nun etwas die Konzentration aus dem Spiel der Spandauer. Und Hannover wehrte sich nun entschiedener gegen das Ende der Finalserie. Zum Glück hatte auf Seiten der Gäste Torhüter Laszlo Baksa wieder einmal einen sehr guten Tag erwischt, der die fehlende Treffsicherheit seiner Mitspieler mit seinen Paraden wettmachte. Als 4:25 Minuten vor dem Ende Marin Restovic auf 11:7 erhöhte, war die Entscheidung gefallen. Weitere gute Reaktionen des Ungarn im Berliner Tor brachten Sicherheit.

Und als der langjährige Nationalspieler Moritz Oeler das 12:8 erzielte, war die Spandauer Erleichterung riesengroß. Vermutlich, weil allen klar war, dass das Meisterwerden im nächsten Jahr nicht einfacher wird. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass mit Nationalspieler Tobias Preuß auch mindestens ein Spandauer nach der Saison die Seiten wechseln wird.

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