Wasserball

Berlin Live  Rekordmeister dankbar für Gegenwehr

In neun Jahren wurde Marko Stamm acht Mal Meister
In neun Jahren wurde Marko Stamm acht Mal Meister
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / picture alliance / ZB
Die Wasserfreunde Spandau haben es schwer mit Finalgegner Waspo Hannover. Aber das finden sie ganz gut so.

Berlin.  Ausgepumpt und niedergeschlagen stand Marko Stamm am Rande des Beckens in der Schwimmhalle Schöneberg. Der Kapitän der Wasserfreunde Spandau ärgerte sich nach dem mit 12:14 verlorenen dritten Finale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft gegen Waspo Hannover über die verpasste Gelegenheit, mit dem dritten Sieg im dritten Endspiel den 36. Titel unter Dach und Fach zu bringen. Ein bisschen ärgerte er sich auch über die Schiedsrichter, die aus seiner Sicht nicht streng genug auf die Härte der Niedersachsen reagiert hatten. Um so erstaunlicher war, welch positives Fazit der 28-Jährige zog: „Das ist eine schöne Finalserie.“

Stamm wünscht sich fünf Gegner wie Waspo

Acht Mal ist Stamm in den vergangenen neun Jahren Meister geworden, oft ist diese Titelhatz den Berlinern leicht gemacht worden. Damit scheint Schluss zu sein. Und das ist es, was der Kapitän gut findet. „Ich würde mir wünschen, dass es fünf weitere Klubs wie Waspo gibt“, sagt er, „niemand will in der Bundesliga Siege in der Größenordnung 22:5 sehen. Dann würde ich lieber zwei Jahre mal nicht im Finale stehen.“ Wie es sich anhört, haben die Berliner selbst keine Freude mehr daran, den Wasserball fast zu Tode gesiegt zu haben. Auch wenn man ihnen ihre Qualität schlecht vorwerfen kann.

An der Leine ist nun der Optimismus groß, Abonnementschampion Spandau ein Schnippchen zu schlagen und die erste Meisterschaft seit 1993 zu gewinnen. „Jetzt ist ganz viel offen“, jubiliert Waspo-Trainer Karsten Seehafer vor dem vierten Finale an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) im Volksbad Hannover-Limmer. Siegt sein Team, fällt am Sonnabend (16 Uhr, Schwimmhalle Schöneberg) die Entscheidung in Berlin.

Zwei Nationalspieler verstärken die Niedersachsen

Hannover möchte schon jetzt gern Meister werden, hat sich das aber erst für nächste Saison fest vorgenommen. Es ist bekannt, dass zwei Nationalspieler vom ASC Duisburg, Julian Real und Moritz Schenkel, das Team verstärken werden. Wie zu erfahren war, hat Seehafer weitere Kandidaten an der Angel. Der Vorwurf von Spandauer Seite, Waspo sei nur ein zusammengewürfelter Haufen mit vielen Ausländern, trifft spätestens dann nicht mehr zu.

„Wenn sie es so machen, dann machen sie es genau richtig“, findet Stamm. Selbst dann, wenn sie in Spandauer Gewässern fischen? Das Gerücht gibt es, Seehafer sagt sogar: „Es ist nicht so, dass immer wir anfragen. Inzwischen werden wir schon von Spielern gefragt.“ Hannover tritt wie Berlin in der Champions League an, ist 2019 und 2021 Gastgeber für das Final Six und verfügt über mindestens so viel Geld wie der Rivale aus der Hauptstadt. „Ich bin niemandem böse, wenn einer geht“, sagt Stamm, wenngleich das für ihn „keine Option wäre. Ich würde das Final Six lieber sportlich erreichen.“ Und das Geld als Anreiz? „Ich finde es schade, wenn das Portemonnaie gegen das Herz gewinnt.“

In Hannover bisher beide Spiele gewonnen

Obwohl Stamm von einem „von Respekt gekennzeichneten Verhältnis“ zwischen den Spielern spricht, macht er der Konkurrenz wenig Mut. 3:3 heißt die Bilanz saisonübergreifend zwischen Spandau und Waspo. „In Hannover haben aber immer wir gewonnen.“ So schön die Finalserie sein mag – er hätte wohl nichts dagegen, wenn sie an diesem Mittwoch zu Ende geht.

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