Leichtathletik

Berlin Live  Brückenbau beim Kampf ums Olympiastadion

Eine Bühne für die Leichtathletik: Damit wollen die Istaf-Macher Stars und Fans näher zusammenbringen
Eine Bühne für die Leichtathletik: Damit wollen die Istaf-Macher Stars und Fans näher zusammenbringen
Foto: Topsport Marketing / BM
Wie die Istaf-Macher dafür sorgen wollen, dass die blaue Laufbahn bei einem möglichen Umbau des Olympiastadions erhalten bleibt.

Berlin.  Ausgerechnet einer der prominentesten deutschen Leichtathleten mag sich nicht vorbehaltlos in die Reihe der Kritiker einreihen, die einen möglichen Umbau des Olympiastadions zu einem Fußballtempel verteufeln. „Mit dem Istaf ist die Leichtathletik einmal pro Jahr dort zu Gast“, sagte der Berliner Diskus-Olympiasieger Christoph Har­ting, „nächstes Jahr mit der EM zweimal. Der Fußball ist mit Hertha und dem Pokalfinale aber viel öfter dort. Da ist doch der Wunsch der Fußballfans nach einem Umbau nachvollziehbar.“ Was nicht bedeuten soll, dass er für ein reines Fußballstadion plädiert, sondern für einen Kompromiss: „Es gibt verschiedene Konzepte, von denen sich hoffentlich das durchsetzt, mit dem beide Seiten einverstanden sind.“

50.000 Argumente für die Laufbahn

Vielleicht war dies nicht ganz das Statement, das sich die Veranstalter des 76. Internationalen Stadionfestes am 27. August (Beginn 15 Uhr, Hauptprogramm 16 bis 19 Uhr) gewünscht hatten; seiner Logik kann man sich jedoch kaum entziehen. Meeting-Direktor Martin Seeber verwies allerdings darauf, dass es bisher ja auch „nur erste Pläne, erste Ideen“ gebe, „wir halten uns da noch zurück“. Ohnehin hat er vor, für den Fortbestand des weltweit größten Sportfestes dieser Art mindestens 50.000 Argumente zu sammeln – so viele Zuschauer möchte er anlocken. Bisher sind 27.000 Tickets verkauft, „wenn 50.000 Leute kommen, sollte man sich überlegen, ob man die blaue Laufbahn hier rausreißt“.

Eine bessere Plattform als das Istaf mit seiner Sportlerpräsentation, seinem Showprogramm und seinen LED-Banden hat die Leichtathletik derzeit nicht. Eine weitere soll jetzt sogar noch hinzukommen. Seeber will für das Istaf temporär eine zehn Meter breite, 25 Meter lange und mindestens vier Meter hohe Bühne in die Ostkurve des Stadions installieren lassen. Die Läufer müssen beim Wettkampf unter der Installation hindurchlaufen. „20 Tonnen Material, drei Sattelschlepper voll, das Ding wird gebaut“, sagte er, „die Zuschauer sollen noch näher an den Sport heranrücken.“

Ein Ort für Selfies mit den Stars

Auf der Bühne werden Siegerehrungen stattfinden, aber auch Zuschauer Zugang bekommen. Sie dürfen dort mit den Stars Selfies schießen oder Autogramme sammeln. Im Wechsel können sich dort bis zu 100 Fans aufhalten – wer das sein wird, ist noch offen. Wie man sich dafür bewerben kann, will Seeber in Kürze bekanntgeben. Mit der Verpflichtung weiterer Stars neben Christoph Harting, der 4x100-Meter-Staffel der Frauen sowie dem Stabhochsprung-Olympiasieger 2012 Renaud Lavillenie lässt er sich noch Zeit. Die WM in London endet zwei Wochen vor dem Istaf. „Im besten Fall“, kündigte er an, „treten in den 16 Disziplinen die Besten der Welt gegen die besten Deutschen an.“

Darunter sollten dann Christoph und Robert Harting sein, der Olympiasieger von London. Ohnehin steht eine Saison der Bruder-Duelle bevor. „Das wird eine geile Zeit“, freut sich der sechs Jahre jüngere Christoph, „ich hoffe, dass Robert körperlich fit ist.“ Das erste Aufeinandertreffen soll es am Donnerstag beim Diamond-League-Meeting in Oslo geben. In diesem Jahr warf Robert in Rehlingen den Diskus 64,99 Meter weit, Christoph schaffte in Shanghai 63,47 Meter. Die Norm für die WM liegt bei 65 Metern. Der Olympiasieger von Rio startet diese Woche außerdem in Dessau (Freitag) und Stockholm (Sonnabend). „Ich habe noch nicht die Norm geschafft, aber bei 18 Versuchen sollte einer drin sein“, hofft Christoph Harting. Ist doch undenkbar, dass einer der prominentesten deutschen Leichtathleten London verpasst.

Kommentare einblenden
Prozess in Berlin

Berlin Live  Obdachlosen angezündet - Haupttäter muss ins Gefängnis

Sechs junge Männer müssen sich wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes verantworten
Sechs junge Männer müssen sich wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes verantworten
Foto: Paul Zinken / dpa
Sechs junge Männer hatten in Kreuzberg versucht, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Heute kam das Urteil.
Mehr lesen