Spielerwechsel

Berlin Live  Eisbären holen Oppenheimer, Olver geht

Thomas Oppenheimer (M.) trägt demnächst zwei Jahre das Trikot der Eisbären
Thomas Oppenheimer (M.) trägt demnächst zwei Jahre das Trikot der Eisbären
Foto: Monika Skolimowska / dpa
Nach sechs Jahren in Berlin wechselt Topscorer Olver nach Ingolstadt. Von dort erhalten die Eisbären mit Oppenheimer einen Torjäger.

Es hat etwas von Familienzusammenführung. Von der Heimkehr nach zuletzt enttäuschenden Erfahrungen. In Ingolstadt wurde Thomas Oppenheimer mit seinem Eishockeyspiel nicht richtig glücklich, doch sein alter Bekannter aus den Jahren bei den Hamburg Freezers eröffnet ihm eine neue Chance. Stephane Richer, einst Sportchef der Freezers, fungiert seit Kurzem als Sportdirektor beim EHC Eisbären. Dort wird der Außenstürmer nun zukünftig spielen.

Das ist die eine Seite, die erfreuliche für den EHC Eisbären, den Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Doch es gibt auch eine andere, eine, die ähnlich gelagert ist wie bei Oppenheimer. In Berlin sah nämlich Darin Olver keine Zukunft mehr für sich. Zufällig hat in Ingolstadt nun in Larry Mitchell ein alter Weggefährte von Olver das sportliche Sagen. In Augsburg arbeiteten der frühere Trainer und der Mittelstürmer von 2009 bis 2011 zusammen. „Wir waren gemeinsam erfolgreich und stießen einmal als Außenseiter sogar bis ins Finale vor“, sagt Olver: „Das schweißt natürlich zusammen.“ Beide Klubs konnten einen Handel eingehen.

Besserer Tausch für die Eisbären

Wer den besseren Tausch gemacht hat, wird sich zeigen. Perspektivisch ließe sich allerdings auf die Eisbären tippen. „Ich kenne Thomas sehr gut. Er ist ein Spielertyp, der jede Mannschaft besser macht und den die Eisbären gut gebrauchen können“, sagt Richer. In Ingolstadt mochte er seinen laufenden Vertrag nach nur einer Saison jedoch nicht mehr erfüllen, genau wie Olver in Berlin – allerdings nach sechs Jahren.

Hier liegt wohl der Unterschied zwischen beiden Situationen, Oppenheimer fühlte sich generell nicht wohl in Oberbayern, bei Olver, wegen seines deutschen Passes sehr wertvoll, hat sich über die Jahre vielleicht vieles abgenutzt. Schon in der vergangenen Saison, so ist zu hören, hatte er sich kurzfristig nach anderen Arbeitgebern umgeschaut. Ihm ging es aber vor allem darum, einen neuen, langfristigen Vertrag zu unterschreiben. Eine vorzeitige Verlängerung lehnten die Eisbären aber bislang ab.

Olver fehlt die Führungskraft

Mit Olver verlieren die Berliner ihren besten Torschützen der vergangenen Saison (13 Treffer in der Hauptrunde). „Ich bin sehr dankbar für seine Leistung hier“, sagt Geschäftsführer Peter John Lee. Er gibt aber auch einen Profi ab, der in den jüngsten Spielzeiten in den wichtigen Situationen oft nicht zu sehen war, der seine Rolle als Führungsspieler auf dem Eis nur unzureichend ausfüllte und mit 32 Jahren in den Karriereherbst rutscht. Seine beste Zeit in Berlin erlebte er von 2011 bis 2013, als er zwei Meistertitel mit dem EHC gewann. Seine Torproduktion ließ anschließend nach.

Die von Oppenheimer nicht. Seit vier Saisons trifft der Nationalspieler deutlich öfter als Olver, zuletzt in Ingolstadt 19 Mal, Topwert beim ERC. Mit 28 Jahren befindet er sich zudem im besten Alter und gilt als charakter- sowie kampfstark. „Er ist sehr torgefährlich und wird uns auch mit seinen Führungsqualitäten innerhalb der Kabine weiterbringen“, erzählt Richer. Aspekte, die dem EHC gut zu Gesicht stehen und die dafür sprechen, dass Oppenheimer den Berlinern gerade als Vollstrecker aktuell mehr helfen kann als der Puckverteiler Olver.

Weitere Spieler sollen kommen

Nach der Analyse der Vorsaison sind die Eisbären nun einen Schritt weiter. „Die rechte Seite der Offensive war ein Schwachpunkt“, so Lee. Dort stehen mit Nicholas Peterson, Oppenheimer und Zugang Sean Backman nun drei starke Spieler im Aufgebot. Auch links ist die Auswahl gut. In der Mitte könnte nach dem Abgang von Olver noch einmal nachgelegt werden.

Ebenso kündigt Lee einen weiteren Verteidiger an, so dass nach Oppenheimer, Backman, Stürmer Martin Buchwieser und Abwehrspieler Danny Richmond die Zahl der neuen Profis auf sechs steigen dürfte. Allersings ist noch die Auflösung des Vertrages von Stürmer Barry Tallackson zu erwarten. „Wir brauchen einen tiefen Kader“, sagt Lee, der mit Oppenheimer einen Vertrag über zwei Jahre abschloss. Dieses Angebot hätte Olver nicht gereicht.

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