Länderspiel

Berlin Live  Ein Spiel mit Überraschungseffekt

Bundestrainer Joachim Löw und Abwehrspieler Shkodran Mustafi (M.) vor de Gespräch zum Spiel  in Dänemark
Bundestrainer Joachim Löw und Abwehrspieler Shkodran Mustafi (M.) vor de Gespräch zum Spiel in Dänemark
Foto: Christian Charisius / dpa
Bundestrainer Joachim Löw tritt mit seiner Elf nach nur einem Training am Dienstag gegen Dänemark an. Entwicklung junger Spieler als Ziel.

Kopenhagen.  Gewisse Zweifel die Geschichte betreffend hat Joachim Löw schon. Natürlich sei das damals unglaublich gewesen, sensationell. „Aber ob das alles so stimmt, wie man es sich heute erzählt, dass also die Spieler von den verschiedensten Stränden der Welt zurückgeholt wurden, weiß ich nicht“, sagt er. Löw sitzt im Bröndby-Stadion von Kopenhagen, erste Etage, die Vorhänge vor den Fenstern sind zugezogen. Er redet von damals, als er noch ein einfacher Fußballspieler beim FC Winterthur/Schweiz war und nicht der Bundestrainer.

25 Jahre ist es her, dass die dänische Nationalmannschaft für eine der größten Sensationen sorgte, als sie als kurzfristig nachrückendes Team seine bereits urlaubenden Spieler einsammelte und wundersam den Titel bei der EM in Schweden errang. Gegner im Finale: Deutschland. Als Erinnerung an den größten Tag in der dänischen Fußballhistorie ist der Weltmeister am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) für ein Freundschaftsspiel zu Gast in Kopenhagen.

Erst einmal alle kennenlernen

Es ist eine Partie, die nun nicht gerade als die wichtigste in die Chroniken beider Verbände eingehen wird. Und trotzdem ist sie von Wert. „Einen Kaltstart“ nennt Löw die Partie, weil große Teile seiner Mannschaft seit zwei Wochen, also seit Beendigung der Bundesliga-Saison kein Spiel mehr und nur ein gemeinsames Training absolviert haben. Auf das Freundschaftsspiel folgt am Sonnabend das ebenfalls überschaubar werthaltige Aufeinandertreffen in der WM-Qualifikation mit den Handwerkern aus San Marino. „Wir werden die Woche nutzen, um uns kennenzulernen“, sagt Löw.

Sieben mögliche Debütanten hat er im Kader. Spieler wie Diego Demme von RB Leipzig, wie Marvin Plattenhardt von Hertha BSC, wie Kerim Demirbay von 1899 Hoffenheim. Spieler, die ohne ihr Trikot nicht zwingend an jedem anderen Bundesligastandort als Fußballspieler identifiziert werden würden. Immerhin die Berufskollegen haben einander problemlos erkannt. „Für mich waren jetzt keine unbekannten Gesichter dabei“, sagt Shkodran Mustafi, der in Abwesenheit der körperlich hoch belasteten Stars wie Boateng oder Özil schon zu den Prominenteren im Kader gehört.

Ein bisschen wie 2005

Das Team wird in der kommenden Woche zum Konföderationenpokal nach Russland aufbrechen. Die Generalprobe für die WM ein Jahr später ist eine Rechnung mit Unbekannten, bei der das Ergebnis allerdings schon feststehen soll. „Nachher werden wir feststellen können, welcher junge Spieler die Gabe hat, Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen“, sagt Löw. Darum geht es ihm: Um die Entwicklung junger Spieler im Hinblick auf die WM. „Natürlich kann man innerhalb eines Jahres einen jungen Spieler entwickeln. Der Confedcup ist gut dafür, internationale Erfahrungen zu sammeln“, sagt Löw und verweist auf seine goldene Generation um Schweinsteiger, Lahm und Podolski, die auch so anfing. 2005 war das.

„Da hatten wir auch viele junge Spieler, die mit dem Confedcup unglaublich gewachsen sind und bei der WM nicht mehr wegzudenken waren.“ Möglich, dass das klappt. Möglich aber auch, dass die Durchlässigkeit nach oben wegen des gestiegenen Niveaus nicht mehr die gleiche ist wie damals. Den Auftakt in Dänemark zu den kommenden Ereignissen stuft Löw zunächst so ein: „Für uns alle wird das Spiel eine Überraschung.“

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