Tötungsdelikt

Berlin Live  Tote 19-Jährige: Verdächtigem wird Sexualmord vorgeworfen

Mitarbeiter der Spurensicherung transportieren die Leiche der getöteten 19-Jährigen ab
Mitarbeiter der Spurensicherung transportieren die Leiche der getöteten 19-Jährigen ab
Foto: Bjoern Kietzmann
Der 26-Jährigen soll die 19-Jährige in Waidmannslust erstochen haben, um einen Sexualdelikt zu vertuschen.

Die täglichen Pressemitteilungen der Berliner Polizei enthalten gerade in unschöner Regelmäßigkeit verstörende Neuigkeiten. Am Donnerstag meldete die Behörde zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen ein brutales Tötungsdelikt. Erst Friedrichshain, dann Britz und jetzt Waidmannslust, die Mordkommissionen des Landeskriminalamtes haben zur Zeit Hochkonjunktur. Jüngstes Oper wurde in der Nacht zu Donnerstag eine 19 Jahre alte Frau. Ein aus dem Umfeld des Opfer stammender Tatverdächtiger konnte bereits festgenommen werden. Er gestand die Tat. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei am Freitagmorgen. Wann genau, war jedoch noch unklar.

Nach ersten Informationen wurde die Polizei gegen 3.30 Uhr zu einer Grünanlage am Höllentalweg alarmiert. Dort stießen die Beamten einem Polizeisprecher zufolge auf die in einem Gebüsch liegende Leiche des Opfers. Da die Verletzungen der 19-Jährigen dem Sprecher zufolge eindeutig auf ein Tötungsdelikt hinwiesen, hat noch in der Nacht die 6. Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Deren Beamte konnten bereits wenige Stunden später mit der Festnahme eines Tatverdächtigen einen ersten Erfolg verbuchen. Der 26-Jährige hat die Tat inzwischen gestanden. Er gab an, die 19-Jährige erstochen zu haben.

Am Freitag hieß es aus Ermittlerkreisen, dass dem 26-Jährigen Sexualmord zur Last gelegt wird. Demnach soll er die 19-Jährige getötet haben, um ein zuvor begangenes Sexualdelikt zu vertuschen.

Wichtige Hinweise zur Aufklärung des Tatgeschehens könnte auch eine Anwohnerin geben, die der Berliner Morgenpost berichtete, sie habe um Mitternacht ein sich lautstark streitendes Paar bemerkt, das auf dem Weg zu der Grünanlage war. Der von ihnen verursachte Lärm sei so stark gewesen, dass sie trotz der Temperaturen ihr Schlafzimmerfenster geschlossen habe, erzählte die Frau.

Das Opfer hatte endlich einen Ausbildungsplatz gefunden

Im Verlauf des Donnerstagvormittags fanden sich an der Grünanlage mehrere junge Leute ein, offenbar allesamt Bekannte sowohl des Opfers wie auch des festgenommenen Verdächtigen. Nach ihren Schilderungen heißt das Opfer Liza P. und gehörte zu einer Clique, die sich häufig nach dem Besuch einer Disco noch in der Grünanlage traf. Tragisch: Liza P. soll nach Erzählungen ihrer Bekannten lange Zeit arbeitslos gewesen sein. Nachdem sie sich immer wieder vergeblich um eine Stelle bemühte, hatte sie offenbar ausgerechnet jetzt, kurz vor ihrem Tod bei der Suche Erfolg gehabt und sollte demnächst eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen. Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte sie den Schilderungen zufolge bereits, ihre freie Zeit nutzte sie in den vergangenen Monaten, um ihre schwerkranke Großmutter zu pflegen.

Ermittler der zuständigen Mordkommission und Experten der Spurensicherung waren noch bis zum frühen Donnerstagnachmittag am Tatort beschäftigt. Die Grünanlage war in der Zeit weiträumig abgesperrt, die Beamten setzten zur Untersuchung des Geländes unter anderem auch eine Drohne ein, um Übersichtsaufnahmen anzufertigen und den Bereich digital einzuscannen.

Während die Beamten der 6. Mordkommission das jüngste Tötungsdelikt bearbeiten, laufen auch die Ermittlungen der 4. Mordkommission zu dem Tötungsdelikt in Britz einen Tag zuvor auf Hochtouren. Dort war am Mittwochmorgen ein 43-jähriger Mann von mehreren Angreifern zusammengeschlagen worden und kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlegen. Medienberichte, die Tat stehe im Zusammenhang mit Streitereien zwischen zwei Großfamilien um eine sechsstellige Summe, kommentierte die Polizei auf Anfrage nicht.

Auch die 3. Mordkommission fahndet nach dem Mord an einem 34-jährigen Italiener am vergangenen Sonnabend im Volkspark Friedrichshain nach dem Täter und hat sich erneut an die Öffentlichkeit gewandt. Aufgeklärt scheint dagegen der Mord an einer 45 Jahre alten Straßenbahnfahrerin Mitte April in Kaulsdorf. Anfang dieser Woche wurde die Leiche des verdächtigen Lebensgefährten gefunden, er hat sich offenbar das Leben genommen.

Am Nachmittag wurde eine weitere Frauenleiche gefunden, dieses Mal in Heiligensee. (mit dpa)

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