Stuttgart

Wiedersehen mit Terodde könnte #Union  weh tun

So jubelt Simon Terodde: Schau mal, schon wieder ein Tor
So jubelt Simon Terodde: Schau mal, schon wieder ein Tor
Foto: Guido Kirchner / dpa
Dank der Treffer des ehemaligen Berliners ist jetzt der VfB Stuttgart der große Aufstiegsfavorit.

Stuttgart.  VfB-Trainer Hannes Wolf schloss Matchwinner Simon Terodde überglücklich in die Arme, dann schickte er seine „Lebensversicherung“ im Aufstiegskampf mit den Kollegen zum Gästeblock. Dort gaben 2000 VfB-Fans das Motto des Abends vor: „Nie mehr 2. Liga!“

Dank Terodde, der das hart erarbeitete 3:2 (0:1) des Tabellenführers am Montagabend bei der abstiegsbedrohten Arminia Bielefeld per Doppelpack gesichert hatte, darf der VfB mehr denn je träumen. „Seine Tore sind unglaublich wichtig für uns“, sagt Wolf. Die Saisontreffer Nummer 18 und 19 (54./89.) des treffsichersten Zweitliga-Schützen seien überdies „zwei fantastische Tore“ gewesen: „Das kann er gern noch ein paar Mal so machen.“

Und am besten gleich am kommenden Montagabend im Spitzenspiel gegen den 1. FC Union, wird sich Stuttgarts Trainer wünschen. Eine Partie, die für Terodde etwas Besonderes sein dürfte, denn er trug von 2011 bis 2014 das Trikot der Eisernen. Nachdem er zuerst nur vom 1. FC Köln ausgeliehen war, nahmen ihn die Köpenicker 2012 für drei Jahre unter Vertrag, nachdem er sich – von einer Knieverletzung genesen – mit sieben Toren in 15 Spielen empfohlen hatte.

Schöne Erinnerungen an Berlin

„Schöne Erinnerungen“ habe er an Berlin, sagt Terodde, der Ende Mai 2014 zum VfL Bochum wechselte und in der Folge in der Alten Försterei sicherlich von dem einen oder anderen Fan vermisst wurde. Denn im Bochumer Trikot wurde er in der Saison 2014/15 auf Anhieb mit insgesamt 16 Toren Zweiter in der Torschützenliste, in der Spielzeit darauf mit 25 Toren sogar Torschützenkönig. Damit war sein Wechsel zum VfB Stuttgart im vergangenen Sommer perfekt. Es hat den Anschein, als würde Terodde seine Tore mit der flachen Hand an der Stirn militärisch salutierend bejubeln. Weit gefehlt, wie er erklärt. „Mit Union haben wir mal gegen Duisburg gespielt, ich habe ein Tor gemacht. Meine Eltern saßen auf der Tribüne, da habe ich sie mit dieser Geste gesucht. Das hat mir immer Glück gebracht.“

Fast immer wäre wohl treffender, denn der 29-Jährige, der aus Bocholt stammt, brachte das Kunststück fertig, in einem Zweitligaspiel (VfL Bochum gegen Eintracht Braunschweig) zwei Elfmeter zu verschießen.

Aber all’ das ist lange her. Am kommenden Montag wird im Spitzenspiel gegen seinen Ex-Klub kaum Platz für Sentimentalitäten sein. Vor der Partie gegen Union führen Teroddes Stuttgarter die Tabelle mit 57 Punkten vor Mit-Absteiger Hannover 96 (56) an. Berlin und Eintracht Braunschweig (je 54) folgen. „Wir haben eine gute Ausgangsposition“, sagt Terodde, mahnt aber auch, an den erneut aufgetretenen Fehlern zu arbeiten.

Ein feines Füßchen

Der Sieg gegen Bielefeld war nicht gerade souverän. Nach einer dürftigen ersten Hälfte und dem Rückstand durch den Ex-Stuttgarter Christoph Hemlein (15.) glich zunächst Alexandru Maxim mit einem Traumtor aus 44 Metern nach einem Patzer von Arminia-Torwart Daniel Davari aus (51.). Terodde brachte den VfB per Außenrist-Lupfer in Führung. (54.). Vorausgegangen war ein Dribbling gegen gleich vier Arminen. Reinhold Yabo nutzte dann einen Fehler von VfB-Schlussmann Mitch Langerak zum 2:2 (73.) und Arminia freute sich über den vermeintlichen Punktgewinn. Aber kurz vor dem Ende schlug Terodde per Lupfer aus vollem Lauf erneut zu. „Da hat er ein feines Füßchen bewiesen“, lobt Mitspieler Timo Baumgartl.

Bielefeld kassierte trotz beherztem Spiel die erste Niederlage im vierten Spiel unter Trainer Jeff Saibene und droht als Tabellen-17. weiter in die 3. Liga abzusteigen. „Solche Spiele muss man einfach ziehen, so steigt man auf“, sagt VfB-Verteidiger Matthias Zimmermann. Zumal, wenn man einen Stürmer wie Terodde habe: „Mit der Qualität können wir immer ein Tor machen, egal wann.“ Der so Gelobte fordert hingegen: „Wir müssen sehen, dass hinten die Null steht – ich muss nicht immer in Rückstand geraten. Wir mussten wieder drei Tore schießen, um zu gewinnen. Das wird schwierig.“ Allerdings habe der VfB erneut „eine unfassbare Mentalität gezeigt, das war enorm stark.“ Und mit der ist wohl auch am Montag gegen Union zu rechnen, wenn die alten Zeiten ruhen.

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