Champions-League

#ChampionsLeague  Ronaldo beendet alle Bayern-Träume

Mit seinen Toren 98 bis 100 erledigte Cristiano Ronaldo die Bayern im Alleingang. Als erster Spieler überhaupt erreichte er die 100-Tore-Marke in der Königsklasse
Mit seinen Toren 98 bis 100 erledigte Cristiano Ronaldo die Bayern im Alleingang. Als erster Spieler überhaupt erreichte er die 100-Tore-Marke in der Königsklasse
Der Portugiese schießt bei Reals 4:2 nach Verlängerung gegen die Münchner gleich drei Tore. Ancelotti kritisiert den Schiedsrichter.

Aus und vorbei! Es hat nicht sollen sein. Doch die Bayern lieferten gestern Abend einen großen Kampf bei Real Madrid, schieden aber letztlich durch das 2:4 nach Verlängerung im Viertelfinale der Champions League gegen die Königlichen aus.

Dafür müssen sich die Münchner nicht schämen, sie haben alles gegeben, über 120 Minuten (davon 35 in Unterzahl) gefightet wie selten, mit angeschlagenen Akteuren gespielt und viel Courage sowie Leidenschaft bewiesen. „Wir wollten hier gewinnen, wollten unbedingt eine Runde weiterkommen. Ich glaube, dass die Mannschaft heute auch verdient gehabt hätte weiterzukommen“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

Gelb-Rote Karte für Arturo Vidal in der 84. Minute

Immerhin konnten sie die Verlängerung erreichen, doch das war nicht genug. Herzen und Sympathien – das haben diese Bayern gewonnen, aber dafür kann man sich nichts kaufen. Im Hinspiel vor sechs Tagen in München, bei dem 1:2 nach 1:0-Führung plus Elfmeter-Chance, hat man eigentlich den Halbfinal-Einzug verspielt. Dieses Aus wird lange weh tun, die Wunde eine ganze Weile nicht zuheilen.

Nach zuletzt fünf Halbfinal-Teilnahmen in Serie bedeutet dieses Viertelfinal-Aus für Trainer Carlo Ancelotti natürlich einen Rückschlag. Der Italiener ging erhobenen Hauptes aus seinem ehemaligen Stadion, weil er seine Mannschaft top ein- und aufgestellt hatte. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Nun muss Ancelotti in der kommenden Saison des Umbruchs, im ersten Jahr nach Philipp Lahm und Xabi Alonso sowie in der letzten Spielzeit von Franck Ribéry und Arjen Robben einen neuerlichen, deutlich schwierigeren Anlauf nehmen, diesen Henkelpott nach 2013 wieder einmal nach München zu holen. Im elften K.o.-Duell der beiden Größen im Europapokal kam Real zum sechsten Mal weiter, die „Bestia Negra“ ist (vorübergehend?) einmal besiegt worden.

Robert Lewandowski hatte die Bayern per Foulelfmeter in Führung gebracht (53.), Cristiano Ronaldo per Kopfball (76.) ausgeglichen, doch die Bayern schlugen zurück – in Person von Real-Kapitän Sergio Ramos, der die Kugel unglücklich am eigenen Torwart Keylor Navas vorbei ins Tor schob (78.). Damit war das Hinspiel-Ergebnis egalisiert. Doch nach der Gelb-Roten Karte für Arturo Vidal (84.) schlugen sich die zehn Bayern tapfer, doch drei Treffer innerhalb von sieben Minuten in der zweiten Halbzeit der Verlängerung bedeuteten den bitteren K.o. Star des Abends war dabei Cristiano Ronaldo, der mit gleich drei Toren als erster Spieler die 100-Tore-Marke in der Champions Leagie knackte.

Ancelotti setzt alles auf eine Karte

Ancelotti hatte in Sachen Aufstellung alles auf eine Karte gesetzt. Er pokerte und ließ seine maladen Innenverteidiger Jérome Boateng und Mats Hummels beide von Beginn an ran. Adduktoren-Einriss, Sprunggelenkblessur – na, und? Es ist Champions League. Es ist ein Viertelfinal-Rückspiel. Es ist Real Madrid. Man erinnerte sich an Mittelfeldarbeiter Jens Jeremies, der 2001 im Halbfinale gegen Real Madrid ebenfalls angeschlagen spielte, auf die Zähne biss. Was gut ging (Bayern) kam ins Finale. Aber auch schlecht lief (Jeremies fehlte dann verletzt). Doch die Innenverteidiger waren zunächst kaum gefordert, weil Real mit dem 2:1 Vorsprung im Sinn die Bayern kommen ließ, sich weit zurückzog. Bayern kombinierte mutig, hatte erste Chancen. Doch bis zur Pause fiel kein Tor.

Während der Halbzeit gab es üble Szenen in Fanblöcken der Bayern, als es zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit der spanischen Polizei gab. Als das Spiel wieder lief, hatte sich die Szenerie beruhigt. Nun begann die rasante Fahrt auf dem Platz, eine zweite Hälfte der Extraklasse. Ein Hin und Her, eine großartige Partie mit allen Emotionen und Unwägbarkeiten des Fußballs. Elfmeter (Lewandowski verwandelte), Eigentor (Sergio Ramos) und Gelb-Roter Karte (für Vidal). Letztere war nur eine der äußerst umstrittenen Entscheidungen des ungarischen Schiedsrichters Viktor Kassai. „Es war eine Serie von Fehlentscheidungen, das darf in der Champions League nicht passieren“, zürnte Ancelotti.

In Unterzahl stürmten die Bayern weiter, sie waren drauf und dran, das dritte Tor in der regulären Spielzeit zu erzielen. Es ging in die Verlängerung. Zum körperlichen Abnutzungskampf kam die Nervenschlacht hinzu. Die Bayern waren am Ende stehend k.o., konnten den Kontern der Königlichen nichts mehr entgegensetzen. Wie bei Überzahl im Eishockey kombinierte sich Real vors Tor von Manuel Neuer und versenkte drei Dinger. Schon im Hinspiel hatte Ronaldo beide Treffer zum 2:1 in München erzielt. Er hat nun in sechs Spielen gegen Bayern neun Tore gemacht. Eben zu gut für die Bayern. „Ronaldo macht eben den Unterscheid aus“, sagte Real-Trainer Zinedine Zidane. Und resümierte: „Die Sache war manchmal eng, aber am Ende sind wir verdient weitergekommen.“

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