80 Millionen Euro Kosten

1952 junge #Flüchtlinge  leben allein in Berlin

Ein Flüchtling wird ineiner Registrierungsstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mithilfe eines Fingerabdruckscanners auf einen bestehenden Datenbank-Eintrag überprüft
Ein Flüchtling wird ineiner Registrierungsstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mithilfe eines Fingerabdruckscanners auf einen bestehenden Datenbank-Eintrag überprüft
Foto: Lino Mirgeler / dpa
Die Kinder und Jugendlichen haben einen Anspruch darauf, nicht in Sammelunterkünften untergebracht zu werden. Das kostet Millionen.

In Berlin leben derzeit 1952 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD zurück. 450 davon befinden sich in staatlicher Inobhutnahme, 1502 werden von den Bezirken betreut. Anders als für erwachsene Flüchtlinge gelten für Minderjährige ohne Begleitung besondere Unterbringungsregeln. So dürfen sie nicht in Sammelunterkünften untergebracht werden und erhalten eine pädagogische Betreuung.

Die Kosten für einen in Inobhutnahme lebenden Flüchtling betragen der Anfrage zufolge rund 195 Euro pro Tag und Flüchtling, für die stationär in den Bezirken untergebrachten minderjährigen Asylbewerber betragen sie rund 100 Euro, heißt es in der Antwort der Jugendverwaltung weiter. Das entspricht jährlichen Gesamtkosten von rund 80 Millionen Euro.

2015 kamen insgesamt 4500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Die AfD kritisiert die hohen Kosten der Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge und fordert, sie in Sammelunterkünften unterzubringen. Das ist jedoch nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches nicht möglich. „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“, heißt es dazu im Gesetz. „Das Jugendamt hat während der Inobhutnahme für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen zu sorgen und dabei den notwendigen Unterhalt und die Krankenhilfe sicherzustellen.“

Im Rekordjahr 2015 waren insgesamt 4500 unbegleitete minderjährige Asylbewerber nach Berlin gekommen. Ihr Schulbesuch verspätete sich, da ihre medizinische Erstversorgung – die Voraussetzung für den Schulbesuch ist – nicht gewährleistet war. Inzwischen werden alle minderjährigen Flüchtlinge zunächst in der Wupperstraße in Steglitz-Zehlendorf aufgenommen, bevor sie in andere Einrichtungen in ganz Berlin verteilt werden.

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