Handykosten

#EU  ebnet Weg für Abschaffung der Roaming-Gebühren

Eine Urlauberin im griechischen Touristenort Sarti am Strand. Das EU-Parlament hat am Donnerstag einen Kompromiss zwischen EU-Ländern und Mitgliedstaaten gebilligt.
Eine Urlauberin im griechischen Touristenort Sarti am Strand. Das EU-Parlament hat am Donnerstag einen Kompromiss zwischen EU-Ländern und Mitgliedstaaten gebilligt.
Foto: Friso Gentsch / dpa
  • Neue Regeln sollen ab Mitte Juni für die 28 EU-Staaten und einige weitere gelten
  • Um den Kompromiss war in der EU sehr lange gerungen worden
  • Zuständiger Vizepräsident lobt "großartige Errungenschaft"

Straßburg.  Ab Sommer sollen Reisende ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen können. Dafür billigte das EU-Parlament am Donnerstag in Straßburg offiziell einen Kompromiss mit den Mitgliedstaaten über Roaming-Großhandelspreise.

Das sind die Preise, die der heimische Betreiber dem Auslandsanbieter dafür zahlt, dass sein Kunde zeitweise dessen Netz nutzt. Dafür etabliert die EU nun Obergrenzen von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte ab dem 15. Juni auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte ab dem 1. Januar 2022. Diese Kostendeckel liegen nach EU-Angaben um etwa 90 Prozent unter den aktuellen Begrenzungen.

Anbieter sollen Missbrauch von Sim-Karten unterbinden

Die neuen Regeln sollen ab Mitte Juni für die 28 EU-Staaten sowie für Island, Norwegen und Liechtenstein gelten. Auch die Mitgliedsländer müssen noch offiziell zustimmen.

Der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, sprach von einer „großartigen Errungenschaft“, die einen unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Menschen haben werde.

Die EU-Kommission hatte im Herbst ursprüngliche Pläne aufgegeben, die Roaming-Freiheit für Verbraucher auf 90 Tage pro Jahr zu beschränken. Stattdessen sollen Anbieter einen Missbrauch wie etwa das dauerhafte Telefonieren mit billigen ausländischen Sim-Karten unterbinden können. (dpa)

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