Bundesliga

#Bundsliga  Kramaric stoppt die Bayern

Hoffenheims Torschütze Andrej Kramaric jubelt mit Maskottchen „Hoffe“ über den Sieg
Hoffenheims Torschütze Andrej Kramaric jubelt mit Maskottchen „Hoffe“ über den Sieg
Foto: dpa
In Hoffenheim hat Meister Bayern seine erste Bundesliga-Pleite seit dem 0:1 im November bei Borussia Dortmund kassiert.

SINSHEIM. Es hat sie erwischt, die Bayern. Mit 0:1 gestern Abend im Kraichgau. Etwas unglücklich, aber dennoch verdient. Weil mit der TSG Hoffenheim eine der Mannschaften dieser Spielzeit für die zweite Saison-Niederlage des kommenden Meisters verantwortlich war. Gäbe es in der Bundesliga einen Europacup-Modus, die Hoffenheimer wären mit einem Gesamtergebnis von 2:1 (Hinrunde 1:1) eine Runde weiter. Wohl als einziger Gegner der Bayern in 2016/17.

Nach fünf Ligaspielen mit 21:0 Toren sowie 20 Pflichtspielen ohne Niederlage (bei zwei Unentschieden) mussten die Bayern nun wieder dem Gegner gratulieren. In der Liga hatten sie zuletzt am 19. November bei Borussia Dortmund verloren. Andrej Kramaric erzielte das Tor, der erste Sieg der Hoffenheimer gegen Bayern – im 18. Vergleich. „Die Bayern zu besiegen, klingt sehr gut. Der Klub hat lange darauf gewartet. Wir hätten das Spiel früher entscheiden können, aber es war ein sehr gutes Spiel von uns“, sagte Trainer Julian Nagelsmann.

Trainer Carlo Ancelotti lässt mächtig rotieren bei Bayern

Für die einen war es ein Abend mit Champions-League-Feeling, gleichbedeutend mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Für die anderen, für die Gäste, war die Partie ein chices Vorbereitungsspiel auf die wirklichen Aufgaben des Monats. Und für die 30.000 Zuschauer in der SAP-Arena ein Fest, eine hochklassige Partie.

Es trafen aufeinander: die punktemäßig besten Teams der Rückrunde, zudem mit den wenigsten Gegentoren, sowie die aktuell auch spielerisch besten Mannschaften der Liga und zwei Generationen: Als Nagelsmann 1987 zur Welt kam, war Carlo Ancelotti schon einmal Meister und vier Mal Pokalsieger in Italien geworden. Der alte Fuchs setzte auf eine Mammut-Rotation: Mit sieben Änderungen gegenüber dem 6:0 gegen den FC Augsburg.

Dass Ancelotti Kapitän Philipp Lahm und Franck Ribéry auf die Bank setzte, dazu auf Thiago ganz verzichtete, zeigte die Wertigkeit der Partie aus Bayern-Sicht. Denn in diesem April zählt: erstens Real Madrid, zweitens Real Madrid, das Champions-League-Viertelfinale (12. und 18. April). Danach kommt das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund (26. April) und ja, vielleicht auch, das Liga-Duell am kommenden Sonnabend.

Für Nagelsmann war es das zweite Duell mit Bayern auf Bundesliga-Ebene, im Oktober beim Hinspiel trotzten die Kraichgauer den Roten ein 1:1 ab. Hoffenheim lauerte diesmal in der eigenen Hälfte, um dann überfallartige Konter zu starten. Es entwickelte sich ein hochklassiges Duell. Bayern machte das Spiel, versuchte, alle Fahrbahnen zu blockieren, während die Hoffenheimer urplötzlich wie Motorradfahrer zwischen den Autos durchpreschten. So kam die TSG zu Chancen. Manuel Neuers Stellvertreter Sven Ulreich wurde mächtig gefordert, parierte tapfer, wurde dann aber bezwungen: Kramaric konnte an der Strafraumkante abziehen, hoch in die linke Ecke – den hätte Neuer wohl gehalten (21.). Bayerns erster Gegentreffer seit dem 18. Februar, dem 1:1 bei Hertha BSC. 539 Minuten, über achteinhalb Stunden, hatte die rote Wand gestanden.

Die Ancelotti-Elf antwortete wütend, vor allem Robert Lewandowski wollte sein Torekonto erhöhen, scheiterte jedoch an Latte (45.) und TSG-Torwart Oliver Baumann (55.). Auch der eingewechselte Franck Ribéry konnte nichts mehr drehen. „Das darf uns natürlich nicht passieren“, sagte Arjen Robben: „In der zweiten Halbzeit war es viel besser, aber der Ball geht nicht rein heute.“ Unangenehm, aber die wichtigen Spiele kommen erst. Keiner weiß das besser als Ancelotti, der alte Fuchs. Auch wenn ihn der junge Hüpfer bezwungen hatte.

Kommentare einblenden
Terror in St. Petersburg

Anschlag in St. Petersburg: Der Streit um die fehlende Solidarität am #BrandenburgerTor 

Nach dem Terror-Anschlag in St. Petersburg wurde das Brandenburger Tor nicht in russischen Landesfarben angestrahlt
Nach dem Terror-Anschlag in St. Petersburg wurde das Brandenburger Tor nicht in russischen Landesfarben angestrahlt
Foto: dpa
Nach dem Anschlag in St. Petersburg gab es am Brandenburger Tor keine russischen Landesfarben zu sehen. Stoff für hitzige Diskussionen.
Mehr lesen