Berlin

CDU-Politiker Wegner fordert Frauenquote für #Flüchtlinge 

Einreisen sollen nur noch Frauen, Kinder und Paare
Einreisen sollen nur noch Frauen, Kinder und Paare
Foto: Boris Roessler / dpa
Er argumentiert: „Ein Männerüberschuss kann das friedliche Zusammenleben gefährden.“ Dafür wird er kritisiert.

Der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner schlägt eine Frauenquote bei der Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland vor. Derzeit kämen vor allem junge, meist alleinstehende Männer ins Land. „Ein Überschuss an Männern kann eine Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen“, warnte Wegner am Donnerstag. Gerate das Geschlechterverhältnis aus der Balance, gefährde dies das friedliche Zusammenleben.

„Wenn eine große Zahl von Männern partnerlos ist, kann dies zu Frustration und zu aggressivem Verhalten führen.“ Dieses Phänomen sei aus Ländern mit Männerüberschuss wie China oder Indien bekannt. „Eine Geschlechterquote, die faktisch eine Frauenquote wäre, würde das Gleichgewicht der Geschlechter herstellen“, so Wegner.

Das Männer-Frauen-Verhältnis soll ausgeglichen sein

Konkret schlägt der CDU-Politiker vor, ab 2018 jeden Monat zu ermitteln, wie viele erwachsene Männer und Frauen als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Übersteige in einem Monat die Zahl der Männer die der Frauen, sollten alleinreisende Männer „bis auf Weiteres“ an der Grenze abgewiesen werden. Einreisen dürften dann nur noch Frauen, Kinder und Paare.

„Um dies effektiv sicherzustellen, muss die Bundespolizei ihre Kontrolltätigkeiten erhöhen“, erklärte Wegner. Mädchen und Jungen bis 14 Jahre sollen den Frauen zugerechnet werden. Sobald das Verhältnis von Männern und Frauen unter den Asylbewerbern ausgeglichen ist, könne die Grenze auch wieder für alleinreisende Männer geöffnet werden.

Tas: Niemandem dürfe verwehrt werden, dass sein Asylersuchen geprüft wird

Als wesentlichen Vorteil einer solchen Frauenquote führt Wegner ins Feld, dass „die Zahl der insgesamt aufzunehmenden Flüchtlinge sich spürbar verringert“. Dennoch würden Frauen und Kinder „als besonders schutzbedürftige Personen weiterhin unbegrenzt aufgenommen, wenn ein konkreter Fluchtgrund besteht“.

Flüchtlingspolitiker der Grünen und Linken kritisierten Wegners Vorstoß. Die Idee einer Obergrenze für Männer sei infam, sagte Canan Bayram (Grüne). Damit würden die Genfer Flüchtlingskonvention und die deutsche Verfassung missachtet. Bayram äußerte sich „enttäuscht“ über diesen CDU-Vorschlag, der „Überbietungswettbewerb“ mit der AfD treibe seltsame Blüten.

Das Asylrecht verbiete, Männer, die einen Asylantrag stellen wollen, an der Grenze abzuweisen, sagte auch Hakan Taş (Linke). Niemandem dürfe verwehrt werden, dass sein Asylersuchen geprüft wird. Wegners Forderung sei populistisch.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach ( Linke) sagte: "Wir können und werden Zufluchtssuchende nicht nach Geschlecht oder Alter auswählen oder gar das Recht auf Asyl mit einer Quote beugen.“

2016 kamen knapp 17.000 Flüchtlinge nach Berlin. Den exakten Männeranteil kann die Sozialverwaltung nicht beziffern.

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