Zu DDR-Zeiten eröffnet

Abriss - Das Kino Sojus in #Marzahn  ist endgültig Geschichte

Das ehemalige Kino Sojus am Helene-Weigel-Platz in Marzahn
Das ehemalige Kino Sojus am Helene-Weigel-Platz in Marzahn
Foto: Steffen Pletl
Filme wurden im Sojus schon seit 2007 nicht mehr gezeigt. Nächstes Jahr rollen nun die Bagger an. Das frühere Kino wird platt gemacht.

Sterne verglühen, auch wenn sie über dem Schriftzug eines Kinos prangen. Das Kino Sojus am Marzahner Helene-Weigel-Platz war eine Institution in der ehemaligen Hauptstadt der DDR. Am 30. April 1981 eröffnet, konnten DDR-Bürger nicht nur Filme sehen. Hier fanden auch Veranstaltungen statt, manch einer feierte im Kinosaal seine Jugendweihe.

Nach Jahren des Verfalls und des Leerstandes sind die Tage des ehemaligen Lichtspielhauses nun gezählt. Wie der „Tagespiegel“ berichtet, will Investor Jens Grüwert von der Regie Bauträgergesellschaft das Sojus Anfang des nächstes Jahres abreißen und auf dem Gelände einen Supermarkt errichten. Auf den sollen wiederum weitere Geschosse für seniorengerechte Wohneinheiten gesetzt werden. Auch der bislang kostenfreie Parkplatz neben dem Kino verschwindet. Als Ersatz soll ein Parkhaus gebaut werden. Für übernächstes Jahr ist die Eröffnung des Komplexes geplant. Dies bestätigte Bezirksstadtrat Christian Gräff (CDU) der Berliner Morgenpost.

Das Sojus hat wechselvolle Zeiten erlebt. Die Idee für den Bau geht angeblich auf Erich Honecker zurück, der 1981 in Marzahn für die Volkskammer kandidierte und für seine Auftritte einen großen Saal brauchte. Nach der Wende wurden für 21 Ost-Berliner Kinos, darunter das Sojus, neue Betreiber gesucht. Den Zuschlag erhielt 1992 zunächst die UFA, die 1995 zwei Kinosäle dazu baute. Im Laufe der Jahre gingen die Besucherzahlen allerdings dramatisch zurück, nicht zuletzt auch wegen der neuen Multiplex-Paläste. Im Juli 1999 machte die UFA das Kino dicht.

Der Dornröschenschlaf dauere jedoch nur drei Monate. Die Hamburger Kino! Kino! Entertainment (KEK) übernahm das Sojus und hatte mit einem neuen Konzept zunächst Erfolg. Gezeigt wurden nun Filme, deren Erstaufführung bereits einige Monate zurücklag. Dafür waren die Ticketpreise unschlagbar billig - 1,99 Euro, an Kinotagen sogar nur 99 Cent.

2007 flatterte dem Betreiber vom neuen - unbekannten - Besitzer die Kündigung ins Haus. Das Sojus schloss zum zweiten Mal, diesmal für immer. In den nachfolgenden Jahren machten sich Tauben und Unkraut in dem Gebäude breit. Mit den Neubauplänen ist das kulturelle Gedächtnis der DDR nun wieder um ein Objekt ärmer.

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